Geschichte
Auszug aus dem Buch „Il chianti di villa in villa“ – Autor: Prof. Lorenzo Bosi
„Eine lange Baumallee führt zur antiken Burg Scopeto, welche Anfang des 11. Jahrhunderts
zum Eigentum des Bistums von Siena gehörte und anschliessend in den Besitz der
Familie Sozzini überging, bis diese Ende des letzten Jahrhunderts ausstarb.
Schon zu Beginn des 4. Jahrhunderts befinden sich einige Mitglieder der Familie
Sozzini in hohen staatlichen Ämtern der Republik Siena. Aber erst Ende des 15.
Jahrhunderts und während des 16. Jahrhunderts werden Cornelio, Dario, Lelio, Camillo
und Fausto Sozzini führende Verfechter der Reform und verbreiten ihre Thesen in
zahlreichen Akademien.
Borgo Scopeto wurde zu einem Treffpunkt derer, die die neuen Ideen akzeptierten
und verbreiteten. Nach den letzten Kämpfen, die zum Fall der florentinischen Republik
unter den Medici führten, wurde Borgo Scopeto zum Zentrum für neue theologische
Konferenzen. Die ersten Verdachtsmomente gegen die Sozzini kamen im Jahr 1558
auf, und weiteten sich zu einem inquisitorischen Prozess gegen alle Familienmitglieder
aus.
Die Inquisition erreicht auch die Villa von Scopeto, in der Cornelio und Dario
gefangen genommen werden, wohingegen Camillo und Fausto die Flucht gelingt. Während
des Prozesses schafft es Fausto sich im Ausland in Sicherheit zu bringen. Er findet
Zuflucht in Genf während sein Besitz der Kirche zugesprochen wird.
Der Turm von Borgo Scopeto, der zu militärischen Zwecken genutzt wurde, ebenso
wie alle anderen Gebäude sind also mit der Familie Sozzini eng verbunden.
Die Base des Turms ist nach wie vor in ursprünglichem Zustand, wohingegen andere
Teile des Hauptgebäudes nach und nach modernisiert wurden.
Aber auch an der Nordseite sieht man noch die Öffnungen für Pfeil und Bogen und
erste Feuerwaffen.
Die anderen Gebäude wurden landschaftlich genutzt und haben sich diesen ländlichen
Charme erhalten. Bei Renovierungen in den letzten Jahrhunderten wurden einige
Zimmer der Villa mit florealen Dekorationen und Fresken ausgestattet.“